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Stiefmutter, Freund oder Feind?
Viele Ehen, in denen Kinder leben, werden geschieden. So auch die Ehe von
Peter. Er bekam das Sorgerecht für seine beiden Kinder. Dann lernte er schon
nach kurzer Zeit Susanne kennen und die beiden verliebten sich ineinander.
Nun hieß es für Susanne, Kontakt zu seinen Kindern zu bekommen. Sie machten
Ausflüge zu viert und hatten dabei wirklich viel Spass. Susanne gab sich
viel Mühe Zugang zu den Kindern zu bekommen. Aber irgendwie spürte sie, dass
da eine Barriere war. Immer wieder dachten die Kinder an früher, als Mama
und Papa noch zusammen waren. Dies sprachen sie auch aus. "Weiss Du noch..."
fingen viele ihrer Sätze an. Susanne fühlte sich auf dem Prüfstand.
Manchmal, wenn die beiden in ihren Betten lagen, weinte sie in Peters Armen,
weil sie verletzt war durch die Äusserungen. Peter sagte ihr, dass sie
Geduld haben müsste, dass die Kinder Zeit bräuchten. Susanne fühlte sich
allein, dachte, Peter würde nur zu den Kindern halten. Dieser
unterschwellige Frust führte dazu, dass sie manchmal gereizt und ungerecht
reagierte. Doch sie gab nicht auf. Entschuldigte sich, sprach offen mit den
Kindern. Sie versuchte einfach nur sie selbst zu sein, vergass dabei immer
mehr das anfängliche Konkurenzgefühl, welches sie mit der Mutter hatte. Und
dann, als sie schon fast nicht mehr daran glaubte, öffneten sich ihr die
Herzen der Kinder. Susannes Geduld und ihre Freundschaft hatte gesiegt. Ein
wichtiger Punkt dabei war, dass sie die Liebe der Kinder zu ihrer leiblichen
Mutter akzeptierte und nicht mehr neidisch darauf reagierte.