Trendy ist, wer nicht im Trend ist!
Manche Leute sind immer auf der Hatz nach den neuesten Trends, sei es bei
ihrer Kleidung, der Wohnungseinrichtung oder auch bei Frisur und Schminke,
um nur einige von den Äußerlichkeiten zu nennen, bei denen Lieschen und
Lottchen versuchen heraus zu finden, was zur Zeit wirklich angesagt ist. Und
sicher ist es gut, sich umzuhören, welche Neuheiten grade zu haben sind,
sonst lebt man in irgendwann hinter dem Mond. Zum Beispiel sollte man sich
ruhig darüber informieren, welches neue Buch lesenswert ist, welcher Film
grade der angesagteste ist, in welchem Restaurant die Pasta zur Zeit am
besten schmeckt und ob dort möglicherweise hippe Leute zu treffen sind. Doch
wenn man nur irgendwo hingeht, weil jemand gesagt hat, daß es dort cool sei,
wenn man ein Buch nur liest, um hinterher sagen zu können, daß man das neue
Buch von soundso bereits kenne, obwohl weder Restaurant noch Buch einem
wirklich gefallen, stellt sich ein trübes Gefühl ein. Und wirklich trendy
ist man meist auch nicht, weil die Dinge, von denen man hört, zuvor schon
von zehn- oder gar hunderttausenden gehört wurden, ehe man selbst sie
vernimmt.
Trotz aller Bemühungen bleibt oft alles ein Abklatsch, denn wenn
ein Trend bereits Trend ist, dann bedeutet es, daß es sich um eine
Massenbewegung handelt. Am besten ist es wohl, einfach in sich selbst hinein
zu horchen und genau das zu tun, wonach einem grade ist, egal ob Trend oder
nicht. Und ganz nebenbei: so entstehen Trends, indem Menschen ganz
individuell ihren Weg gehen und dieses dann von anderen Menschen oder auch
der Industrie (Musik, Klamotten, Reiseländer) aufgegriffen wird. Die ganze
Sache erfordert nur ein ganz klein wenig Courage, denn wenn alle in Jeans
gehen trotzdem ein Kleid zu tragen, weil es einem besser gefällt, ist
besonders für Jugendliche oft nicht ganz einfach. Eine gefestigte
Persönlichkeit erlebt dieses "Anders-sein" jedoch als positiv. In diesem
Sinne: anders sein "is more trendy".
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